Der schlafende Riese erwacht, hieß es in den letzten LÜHRMANN Citynews zu Dortmund. Es gebe eine hohe Flächennachfrage seitens erfolgreicher Filialisten, der Standort sei begehrt und neue Konzepte stünden in den Startlöchern. Gut ein Jahr später ist einiges passiert in den 1A-Lagen der westfälischsten aller deutschen Einkaufsmetropolen. Allen voran eröffnete mit der 33.000 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassenden Thier-Galerie am ehemaligen Brauerei-Standort zwischen Silberstraße, Hohem Wall und Hövelstraße ein weiteres Mega-Center in Deutschlands Innenstädten. Die ist zwar im Vergleich zum Limbecker Platz in Essen nur etwa halb so groß, bietet aber dennoch Platz für 160 Geschäfte und Gastronomieanbieter. Zeit für eine neuerliche Bestandsaufnahme durch das auf innerstädtische Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Maklerhaus LÜHRMANN.
André Stark für Lührmann
Hält die Innenstadt die neue Konkurrenz aus und profitiert sie vielleicht sogar durch eine gesamte Aufwertung des Standorts? Das war und ist die Kardinalfrage einer jeden Centeransiedlung, die in Dortmund noch schwerer zu beantworten ist als anderswo. Gezielte Ansiedlungsreize, die nachhaltige Förderung junger Unternehmen und die Stärkung der kommunalen Infrastruktur sorgten in den letzten zehn Jahren für einen erfolgreichen Strukturwandel. Die traditionsreichen Branchen Dienstleistung und Handel erlebten eine Renaissance. Nicht zuletzt durch Instrumente wie den kommunalen Masterplan Einzelhandel wurde die Dortmunder City gezielt gestärkt und die oberzentrale Funktion erfolgreich behauptet. Die Innenstadt setzte sich infolgedessen nicht mehr nur gegen die Konkurrenz im Ruhrgebiet durch, der Westhellweg gehörte plötzlich wieder zu den beliebtesten Einkaufsstraßen in Deutschland.
Gleichzeitig belegte Dortmund jedoch im letzten Städteranking des Wirtschafsmagazin Capital einen eher mäßigen 30. Platz unter 60 Konkurrenten. Für Ernüchterung sorgte neben der örtlichen Kaufkraft, die im Jahr 2010 bei 1.354 Euro pro Kopf und Monat lag, auch die weiter sinkende Einwohnerzahl. Dennoch ist die örtliche Wirtschaftsleistung gut und soll bis ins Jahr 2017 um 17,3 Prozent steigen. Dieser herausragende Wert wird allerdings zu einem nicht gerade geringen Anteil von denen erwirtschaftet, die Dortmund zwar als Wohnstadt den Rücken gekehrt haben, aber als Pendler und als Einzelhandelskunden täglich zurückkommen in die City. Das nachweislich hohe Besucheraufkommen kompensiert somit erfolgreich die niedrige Kaufkraft der Bevölkerung.
Dortmunds Innenstadt ist fest in der Hand von vorrangig internationalen Filialisten. Nahezu alle alteingesessenen Einzelhändler haben der übermächtigen Konkurrenz Tribut gezollt und sind verschwunden. Mit rund 75 Prozent hat Dortmund den größten Filialistenanteil unter den 15 größten deutschen Städten.Thomas Weking, Geschäftsführer bei LÜHRMANN in Osnabrück: „Für sie ist Dortmund gerade auch wegen der baulichen Substanz interessant. In den Top-Lagen finden sich viele moderne Einzelhandelsflächen, die den aktuellen Anforderungen des Einzelhandels gerecht werden.“ Die sehr gute Nachfrage nach Ladenlokalen in den 1A-Lagen des Westenhellweg führe daher zu einer kontinuierlichen Mietpreissteigerung. Im Verlauf der letzten zehn Jahre kletterte die Spitzenmiete in der 1A-Lage des Westenhellwegs um rund 14,3 Prozent nach oben und kann für Ladenlokale mit 80 bis 120 Quadratmetern Verkaufsfläche derzeit bei bis zu 200 Euro pro Quadratmeter liegen. „Auch auf dem Ostenhellweg werden noch Mietpreise von rund 110 Euro pro Quadratmeter erzielt. Zum Vergleich, in Essen liegt die Spitzenmiete bei etwa 100 Euro pro Quadratmeter“, so Weking weiter.
Im Investmentbereich herrscht eine ebenfalls starke Nachfrage, die das Angebot deutlich übersteigt, Einzelhandelsimmobilien in der der 1A-Lage sind in den letzten zehn Jahren um rund 13,7 Prozent im Wert gestiegen.
Gina Tricot hat eröffnet
Das Center sorgte zuletzt für eine erhöhte Bewegung in der Innenstadt. Frei werdende Ladenlokale wurden umgehend an bekannte Namen weiter vermietet. So haben die beiden Textilanbieter Gina Tricot und Desigual jeweils ein Ladenlokal auf dem Westenhellweg eröffnet. Während das schwedische Mode-Label im Neubau am ehemaligen Quelle-Standort (Westenhellweg 91-93) eine der dort entstandenen 800-Quadratmeter-Flächen anmietete, entschied sich auch Desigual für …
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