Bielefelds Innenstadt ist attraktiver als ihr Ruf. International erfolgreiche Einzelhändler zieht es seit Jahren kontinuierlich in die Bahnhofstraße. Die Spitzenmiete stieg hier um knapp 25 Prozent in zehn Jahren und liegt mittlerweile bei 150 Euro pro Quadratmeter und Monat. Das ist auch Kapitalanlegern nicht entgangen, die zuletzt kräftig in der 1A-Lage investierten, berichtet das auf innerstädtische Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Maklerhaus LÜHRMANN in den aktuellen Citynews Bielefeld.
André Stark für Lührmann

Übrigens, Bielefeld gibt es wirklich. Warum zweifeln bloß so viele Menschen an der Existenz dieser sympathischen Stadt in Ostwestfalen? Die wahrhaftig so genannte Bielefeldverschwörung hat sich zu einem festen Bestandteil der Populärkultur entwickelt. Einst als Witz bierseliger Studenten entstanden, zieht sie mittlerweile weite Kreise. Selbst die Tagesschau widmete dem Phänomen kostbare Sendezeit. Im Bielefelder Rathaus stieß der Jokus indes über viele Jahre hinweg auf gemischte Gefühle. „Soll ich ehrlich sein? Ich hasse es wie die Pest“, unkte die Leiterin des Presseamts vor einigen Jahren in einem Interview. Zu viele Bielefeld-gibt-es-doch-gar-nicht-Zuschriften hatten ihr offensichtlich den letzten Nerv geraubt.
Das ist heute anders. „Wir betrachten das mit sehr viel Humor“, hört man mittlerweile aus Richtung des Bielefeld-Marketings. Man sehe die Verschwörungsgeschichte sogar als Chance zur Vermarktung des gesamten Standorts. Und tatsächlich, den Zahlen nach hat Bielefeld gerade in den letzten Jahren spürbar an Marktdurchdringung und Renommee zugelegt. Gaben im Jahr 2003 noch satte 41 Prozent der Befragten einer repräsentativen Emnid-Umfrage an, Bielefeld nicht einmal vom Hörensagen her zu kennen („Bielefeld? Nie gehört, das gibt’s doch gar nicht!“), war die Stadt sechs Jahre später nur noch einer verschwindend geringen Minderheit von rund drei Prozent gänzlich unbekannt. Der Bekanntheitsgrad Bielefelds erhöhte sich somit von 59 auf fast schon spektakuläre 97 Prozent. Hinzu kommt, dass lediglich sechs Prozent der Teilnehmer den Standort als langweilig, nicht schön, ländlich oder provinziell wahrnahmen. Die weitaus größere Mehrheit verband mit Bielefeld durchweg positive Empfindungen.
Das ist ja auch durchaus verständlich. Die Universitätsstadt ist zweifelsohne eine weltoffene und lebendige Metropole, zwar in der Provinz gelegen, aber gesamtwirtschaftlich gesund und Heimat vieler bekannter Unternehmen von Dr. Oetker bis Seidensticker. Dass davon auch der örtliche Einzelhandel in der 1A-Lage profitiert, steht außer Frage. Durchschnittlich gab jeder Einwohner im letzten Jahr 6.410 Euro im örtlichen Handel aus. Artikel im Gesamtwert von über zwei Milliarden Euro gingen somit 2010 über die Ladentheken. Ansgar Meyer, geschäftsführender Gesellschafter am LÜHRMANN-Standort Osnabrück: Infolgedessen zieht es auch die erfolgreichen Filialunternehmen an den Teutoburger Wald, die Spitzenmiete stieg in der innerstädtischen 1A-Lage um knapp 25 Prozent in zehn Jahren und liegt mittlerweile bei bis zu 150 Euro pro Quadratmeter und Monat.“ Das wiederum lockt auch finanzstarke Investoren nach Ostwestfalen. Der Durchschnittswert der Geschäftshäuser in der 1A-Lage legte im gleichen Zeitraum 30,4 Prozent zu.
Mit bekannten Einzelhändlern wie Peek & Cloppenburg, H&M oder Esprit ist die Bahnhofstraße in Bielefelds Neustadt die beliebteste Einkaufsstraße vor Ort. „Vor allem der Bereich zwischen Zimmerstraße und Jahnplatz misst seit Jahren die höchste Kundenfrequenz. Doch auch die Altstadt legte zuletzt spürbar an Attraktivität zu. Das Einzelhandelsangebot hat sich vergrößert, der Markt wurde zum gastronomischen Zentrum und Teile der Fußgängerzone erhielten ein neues Pflaster. Infolgedessen hat die Niedernstraße ihre Stellung als zweite starke Einkaufslage weiter ausgebaut“, so der Einzelhandelsspezialist Meyer.
Aktuelles
Spätestens im Frühjahr 2013 tauscht der Buchhändler Thalia seinen Standort am Jahnplatz, wechselt von der einen auf die andere Seite und wird dort Nachmieter von Sport Scheck. Der Sportfachhändler hatte bereits vor längerer Zeit mitgeteilt, dass er im Gegenzug …
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